Lange Autofahrt Kleinkind beschäftigen
Reisen mit Kind

Lange Autofahrten mit Kleinkind – unsere Beschäftigungsstrategie

Nach vielen Fahrten in Österreich und Europa und einem Roadtrip durch vier amerikanische Bundesstaaten haben wir einiges an Erfahrung sammeln können, wie lange Autofahrten mit Kleinkind am besten gelingen.

–> Hier geht es zu unseren Tipps für einen USA Roadtrip mit Kleinkind

Mittlerweile ist Valentin fast vier und der beste kleine Mitfahrer, den man sich nur wünschen kann. Aber das war nicht immer so. Er war immer schon ein recht guter Autofahrer und ich muss an dieser Stelle sagen, dass ich keinerlei Tipps und Erfahrung habe, was Kinder anbelagt, die Autofahren generell nicht mögen. Und darum geht es hier auch gar nicht. Unsere Tipps für lange Autofahrten mit Kleinkind sind an einem Kind erprobt, das generell recht gerne Auto fährt, dem aber nach mehreren Stunden verständlicherweise auch mal langweilig wird.

Beschäftigung Lange Autofahrt mit kleinem Kind

Wie also das Kind am besten bei Laune halten? Und am besten dann auch noch möglichst ohne Handy, Tablet und Co?

Als Valentin eineinhalb war, lag unsere erste richtig lange, tagesfüllende Autofahrt mit Kleinkind vor uns. Es ging in die Toskana und Google Maps rechnete uns eine reine Fahrtzeit von guten neun Stunden aus. Das war doppelt so lange, wie die letzte lange Fahrt, bei der wir eine halbe Stunde vorm Ziel schon ein sehr, sehr quengelndes Kind hatten. Schnell war mir klar, dass ich bei dieser Autofahrt nichts dem Zufall überlassen wollte und es unserem kleinen Mitfahrer möglichst angenehm machen wollte…

Lange Autofahrt mit 2jährigem Kind
Kurze Pause am Straßenrand auf unserem USA Roadtrip

So viel vorweg: Die Toskana-Fahrt ist gut gegangen. Ausgesprochen gut! Wir haben das meiste richtig gemacht und aus ein paar kleinen Fehlern gelernt. Ein halbes Jahr später waren wir dann mit Zweijährigem in den USA unterwegs und sind fast jeden Tag recht viel im Auto gesessen. Auch das verlief großteils sehr, sehr entspannt. Hier sind also meine

Tipps für lange Autofahrten mit Kleinkind

(und zum Schluss gibt es einen Extra-Tipp für Roadtrips)

Plant ein paar Dinge vorab

Überlegt euch gut, zu welcher Tageszeit ihr am besten losfahrt. Zeitig in der Früh lohnt sich natürlich sehr, denn da habt ihr mit etwas Glück ein im Auto weiterschlafendes Kind. Bei unserer Toskana-Fahrt sind wir um 4:30 Uhr losgefahren. Das hat super funktioniert. Valentin war ganz kurz wach und ist im Auto gleich wieder eingeschlafen – und schlief, bis wir nach zwei Stunden tanken mussten! Er hätte sicherlich sonst noch länger weitergeschlafen, doch das fehlende Motorensurren hat ihn natürlich geweckt. Also am besten vollgetankt losfahren! Und möglichst nicht zu viel trinken, denn es wäre doch zu schade, wegen einer viel zu frühzeitigen Klopause das Kind aufwecken zu müssen…

Macht euch ein wenig mit der Strecke vertraut

Stellt euch ein paar Fragen zur Reiseroute: Gibt es auf der Strecke interessante Orte, wo man gut eine Pause einlegen kann? Vielleicht auch einfach nur ein See oder Fluss zum Steine hineinwerfen? Eine Raststation mit Spielplatz? Gibt es Staupunkte und kann man sie umfahren? Wo sind gerade Baustellen?

Plant bewusste Entdeckungs-Pausen ein

Längere Pausen von mindestens 20 Minuten sind ein Muss bei langen Autofahrten mit Kleinkind. Nehmt euch die Zeit dafür und nehmt sie euch bewusst. Und wenn es nur eine kleine Entdeckungstour der Wiese hinter der Raststation ist. Gerade Kleinkinder sind selbst über die „banalsten“ Erkundungen so dankbar!

Wichtig war es, sich voll und ganz Zeit für Valentin zu nehmen und mit ihm gemeinsam etwas zu entdecken. Er war nach solch einer Pause wieder richtig gut drauf und bereit für die nächste Etappe. Es war wirklich erstaunlich, wie motiviert er sich danach wieder ins Auto setzen ließ.

Wir sind übrigens für solch eine Pause auch einfach mal von der Autobahn abgefahren und haben uns überraschen lassen, was sich als Entdeckung anbietet. Und was haben wir gefunden? Eine Wiese mit Eseln. Das war vielleicht ein spannendes Erlebnis für Valentin – und ein richtig schönes Erlebnis für uns alle! Klar, da geht schon mal eine halbe Stunde Zeit drauf. Aber dafür haben wir weiterhin ein glückliches Kind!

Tipps für lange Autofahrt mit Kleinkind

Auch toll, auch erprobt auf unseren langen Autofahrten mit Kleinkind: Eine Wiese oder ein Stück Natur, wo ihr euer Kind etwas sammeln lässt, wie Blätter, Gräser oder Blumen. Das darf es dann mit ins Auto nehmen und beschäftigt mit etwas Glück gleich noch eine Zeitlang während der Fahrt.

Der Spiele-Rucksack

Was wären lange Autofahrten mit Kindern ohne einem gut durchdachten Spiele-Rucksack? Ich habe mir tatsächlich schon Wochen vor der Toskana-Fahrt einen leeren Rucksack bereitgelegt, den ich dann kontinuierlich „so ganz nebenbei“ gefüllt habe. Ich hatte im Alltag immer im Hinterkopf, was ihn gut beschäftigen könnte. Und so füllte sich der Rucksack mehr oder weniger von selbst.

Spiele für eine lange Autofahrt mit Kleinkind
Sticker sind immer eine gute Idee

Darin landeten auch viele Haushaltsgegenstände, die mir gerade so in die Finger kamen und die Kleinkinder ja bekanntlich auch hervorragend beschäftigen können: verschiedene Haargummis (wie lange sich ein Kleinkind mit Haargummis auf seinem Handgelenk spielen kann, ist wirklich beeindruckend!), kleine Döschen zum Aufschrauben, Luftpolsterfolie, etc. Was bei eurem Kind gut ankommt, dafür seid ihr der Profi!

Wichtig ist nur: Bloß nicht im letzten Moment wahllos ein paar Spielsachen und Bücher zusammensuchen und in den Rucksack packen! Die Spannung wird wohl nicht allzu lange erhalten bleiben, wenn es sich um die Dinge handelt, die euer Kind sowieso tagtäglich zur Verfügung hat.

Extra-Tipp: Mittlerweile weiß ich übrigens, dass man nach Ideen für solche Rucksäcke (generell für Reisen, nicht nur für lange Autofahrten mit Kleinkind) auch wunderbar im Internet suchen kann. Stichwort „travel kit“, „activity kit“, „airplane kit“, „Reise-Kit“. Eine ganz tolle Sache!

Tipps für lange Autofahrten mit Kleinkind

Und was hatten wir sonst noch in diesem Rucksack?

Unsere Ideen für ein Travel Kit für Kleinkinder:

  • Immer mit dabei sind einige Pixi-Bücher. Und zwar nicht die, die im Alltag zuhause herumliegen und schon in- und auswendig gekannt werden, sondern welche, die es nur auf Reisen gibt.
  • Ein Wimmelbuch und/oder Magnetbuch beschäftigt oft sehr lange
  • evtl. 1-2 Lieblingsspielzeuge
  • evtl. 1-2 neue Spielzeuge
  • Sticker! Sticker! Sticker! Sticker in jeglicher Form… und wenn es nur farbige Büro-Punktekleber sind, die man sich auf den Arm kleben kann. Was für eine Beschäftigung!
  • Fingerpuppen – ideal vor allem, wenn neben dem Kleinkind noch ein Erwachsener oder ein älteres Kind sitzt, der damit Geschichten erzählen kann.
  • Richtig gut kamen diese russichen Matrjoschka-Puppen zum Ineinander-Stecken an.
  • Ein Zauberwurm (Wiggly Worm)
  • Malblock oder Activity Buch, Buntstifte
  • Ganz toll für unterwegs sind auch diese magischen Wassermalblöcke (Aquadoodle Travel, WaterWow Malbücher von Melissa & Doug)
  • Keine Gegenstände, die dazu einladen, geworfen zu werden oder den Fahrer behindern könnten!
Beschäftigung lange Autofahrten mit Kleinkind

Wichtig: das richtige „Handling“ des Spiele-Rucksacks

Euer Kind sollte vorab natürlich nicht wissen, was sich in diesem Rucksack befindet! Außerdem lohnt es sich, die Existenz des Rucksacks generell so lange wie möglich geheim zu halten. Gebt ihn eurem Kind bloß nicht gleich, wenn es eh noch super gut drauf ist. Auch würde ich nicht den ganzen Rucksack auf einmal geben. Wir haben uns Stück für Stück „vorgearbeitet“ und dabei bewusst besondere „Joker“ für den Schluss – oder gar die Rückfahrt – aufgehoben. Auch sollte der Rucksack auch am Zielort eurer Reise im Auto gelassen werden. Sein Inhalt ist nur für die Autofahrt gedacht. Sonst habt ihr ja für die Rückreise keine Ideen mehr.

Verpflegung für unterwegs

Selbstverständlich solltet ihr ausreichend Snacks und Getränke für zwischendurch einpacken. Viele bunte Obststücke und Gemüsesticks sind toll, aber ich finde, bei langen Autofahrten mit Kleinkind sollte man sich mal ausnahmsweise gar nicht zu viele Gedanken über die gesunde Ernährung machen. Ich weiß nicht, wie viele Babykekse und Obstriegel Valentin bei den langen Fahrten verputzt hat. Etwas ältere Kinder freuen sich sicher riesig über den Lolli, mit dem sie so gar nicht gerechnet haben. Und ich finde, das ist absolut okay. Bei solch einer langen Autofahrt darf Valentin definitiv auch mal etwas mehr naschen!

Roadtrip mit Kleinkind Beschäftigung

Mein Tipp: Ich liebe die „Rosinchen“ von Freche Freunde für unterwegs, weil sie in so einer süßen, kleinen Schachtel verpackt sind. Valentin war zumindest mit eineinhalb noch ewig damit beschäftigt, die Rosinen aus dieser Mini-Verpackung zu picken. Und schon waren wieder 20 Minuten Fahrtzeit rum! Valentin liebte zu der Zeit auch Motivkekse (also Kekse in Tierform etc.) – ich habe ihm damals extra welche besorgt, die er noch gar nicht kannte. Denn auch so etwas beschäftigt herrlich während der Fahrt.

Musik

Eine ganz tolle Sache unterwegs sind natürlich Hörbücher. Wenn denn das Kind bereits in dem Alter für Hörbücher ist. Musik geht sowieso immer, in jedem Alter. Und es müssen nicht unbedingt Kinderlieder sein. Zumindest bei Valentin wirkt Musik oft wahre Wunder und er entspannt total.

Lange Autofahrten mit Kleinkind Tipps

Unser „Notfall-Joker“

Bei uns funktionieren all die oben genannten Sachen ziemlich lange. Aber irgendwann könnte dann der Punkt kommen, da geht gar nichts mehr. Oder man kann gerade keine Pause machen, weil man im zähen Verkehr steckt – oder was auch immer. Dann gab es bei uns den „Notfall-Joker“ und das war das Handy. Da habe ich mit Valentin entweder selbst gemachte Fotos und Videos angesehen oder auch kleine altersgerechte Filmchen auf Youtube gestreamt (z.B. animierte Kinderlieder, Disney-Songs).

Ich bin absolut gegen das Handy oder Tablet als Beschäftigungsstrategie. Im Alltag für mich ein absolutes No-Go. Aber auch hier gilt für uns wieder, was auch bei den Snacks schon galt: So lange Autofahrten mit Kleinkind macht man nicht alle Tage und ist daher eine Ausnahmesituation. Da darf das unserer Meinung nach schon mal sein.

Sonderfall Roadtrip mit Kleinkind: Unsere Beschäftigungs-Idee

Die oben genannten Tipps wenden wir so an, wenn wir eine sehr lange Einzel-Autofahrt mit Kleinkind meistern wollen. Etwas anders verhält es sich bei einem Roadtrip mit kleinem Kind. Hier haben wir uns anstatt des Beschäftigungs-Rucksacks einen Roadtrip-Kalender überlegt.

Der Roadtrip-Kalender

Dieser Roadtrip-Kalender funktioniert nach dem Prinzip eines Adventkalenders: Auf unserem USA Roadtrip hat Valentin jeden Morgen vor dem Losfahren ein kleines Päckchen öffnen dürfen. Darin befand sich eine Kleinigkeit, über die er sich freute und die ihn idealerweise natürlich auch gleich eine Weile beschäftigte. Rosinen oder Obstriegel als kleine Extra-Draufgabe kamen auch sehr gut an. Auch hier habe ich mir im Vorfeld einige Gedanken gemacht: Möglichst klein und leicht sollte der Inhalt sein und möglichst lange sein Interesse wecken. Auch hier sind natürlich zum Beispiel Sticker und Pixi-Bücher ideal.

Der Roadtrip-Kalender war ein voller Erfolg. Valentin verband so das Autofahren ganz automatisch mit etwas Positivem. Er freute sich jeden Morgen auf sein neues Päckchen. Alle so gesammelten Gegenstände sind bei uns in einer großen Stofftasche gelandet, auf die er dann natürlich im Auto jederzeit Zugriff hatte. So wuchs seine Beschäftigungs-Tasche von Tag zu Tag…

Habt ihr noch Fragen?

Sehr gerne beantworte ich eure Fragen über lange Autofahrten mit Kleinkind – schreibt sie mir einfach ganz unten in die Kommentare! Wenn euch mein Artikel gefallen hat, freue ich mich über Feedback!

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(Werbung, unbeauftragt, da Markennennung und persönliche Empfehlungen.)

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