Lange Autofahrt Kleinkind beschäftigen
Reisen mit Kind

Lange Autofahrten mit Kleinkind – so gelingen sie!

Mit unseren Tipps klappt die nächste lange Autofahrt mit Kleinkind bestimmt!

Nach vielen Fahrten in Österreich und Europa und einem USA-Roadtrip mit Kleinkind quer durch vier amerikanische Bundesstaaten haben wir einiges an Erfahrung sammeln können, wie lange Autofahrten mit Kleinkind am besten gelingen. Das Alter bis drei Jahre fand ich dabei am „schwierigsten“ und so richtet sich der Beitrag in erster Linie an Eltern mit Kindern in diesem Alter. Unsere Tipps sind an einem Kind erprobt, das prinzipiell recht gerne Auto fährt, dem aber nach mehreren Stunden Autofahrt verständlicherweise auch mal langweilig wird.

Hier findest du viele Tipps für lange Autofahrten mit Kleinkind – u.a. zu den folgenden Fragen:

  • Wie plane ich die Route und Fahrtzeiten kindgerecht?
  • Welche Orte bieten sich besonders gut für eine Pause an?
  • Was beschäftigt Kinder im Kleinkindalter auf Autofahrten lange?
  • Welches Spielzeug packe ich ein?

Lange Autofahrten mit Kleinkind: Wie also das Kind am besten bei Laune halten?

Wie am besten bei der Autofahrt das Kleinkind beschäftigen? Und am besten dann auch noch möglichst ohne Handy, Tablet und Co?

Als Valentin eineinhalb war, lag unsere erste richtig lange, tagesfüllende Autofahrt mit Kleinkind vor uns. Es ging in die Toskana und Google Maps rechnete uns eine reine Fahrtzeit von guten neun Stunden aus. Das war doppelt so lange, wie die letzte lange Fahrt, bei der wir eine halbe Stunde vorm Ziel schon einen sehr, sehr quengelnden Eineinhalb-Jährigen hatten. Schnell war mir klar, dass ich bei dieser langen Autofahrt mit Kleinkind nichts dem Zufall überlassen wollte und es unserem kleinen Mitfahrer möglichst angenehm machen wollte…

Lange Autofahrt mit 2jährigem Kind
Kurze Pause am Straßenrand auf unserem USA Roadtrip

So viel vorweg: Die Toskana-Fahrt ist gut gegangen. Ausgesprochen gut! Ein halbes Jahr später waren wir dann mit Zweijährigem im Südwesten der USA unterwegs und sind fast jeden Tag recht viel im Auto gesessen. Auch das verlief großteils sehr, sehr entspannt. Hier sind sie also:

Meine Tipps für lange Autofahrten mit Kleinkind

(und zum Schluss gibt es einen Extra-Tipp für Roadtrips mit Kind)

Plant ein paar Dinge vorab, nutzt Schlafenszeiten gut

Überlegt euch gut, zu welcher Tageszeit ihr am besten losfahrt. Ganz, ganz zeitig in der Früh lohnt sich natürlich sehr, wenn euch selbst das frühe Aufstehen nichts ausmacht. Denn da habt ihr mit etwas Glück ein länger im Auto weiter schlafendes Kind. Bei unserer Toskana-Fahrt sind wir um 4:30 Uhr in der Früh losgefahren. Das hat super funktioniert. Valentin war ganz kurz wach und ist im Auto gleich wieder eingeschlafen – und schlief, bis wir nach zwei Stunden tanken mussten! Er hätte sicherlich sonst noch länger weitergeschlafen, doch das fehlende Motorensurren hat ihn natürlich geweckt. DER Klassiker, oder? Also am besten vollgetankt losfahren! Auch ein unnötig früher Toiletten-Stopp beendet den friedlichen Schlaf meist abrupt…

Eine weitere Taktik, die gut funktionieren sollte: Vormittags losfahren, mit noch nicht müdem Kind. So habt ihr – wenn die Taktik gut aufgeht – ein, zwei wache Stunden PLUS der Schlafenszeit des Kindes in einem Stück geschafft. Das ist insofern also besser, als ein schon müdes Kind ins Auto zu setzen, das nach 5 Minuten Fahrt eingeschlafen ist. Beim Einschlafen im Auto bewirkt beruhigende Musik oft wahre Wunder, Radio-„Lärm“ hingegen ist weniger förderlich.

Beschäftigung Lange Autofahrt mit kleinem Kind

Macht euch ein wenig mit der Strecke vertraut

Stellt euch vor der langen Autofahrt mit Kleinkind ein paar Fragen zur Reiseroute: Gibt es auf der Strecke interessante Orte, wo man gut eine Pause einlegen kann? Einen Ort, den ihr ohnehin schon lange mal besichtigen wolltet? Vielleicht aber auch einfach einen See oder Fluss zum Steine hineinwerfen? Eine Raststation mit Spielplatz? Gibt es Staupunkte und kann man sie umfahren? Wo sind gerade Baustellen? Wer z.B. weiß, dass es sich rund um Bologna eigentlich fast immer staut, fährt nicht mit eh schon ungeduldigem Kleinkind dort „noch schnell durch“. Ja, es kann durchaus sein, dass wir hier selbst diese Erfahrung machen mussten ;-).

Plant bewusste Entdeckungs-Pausen ein… und nehmt euch Zeit!

Wie lange braucht ihr für die Strecke laut Google Maps? Rechnet in diese Fahrtzeit sehr großzügige Pausen mit ein. Längere Pausen von mindestens (!) 20-30 Minuten sind ein Muss für eine lange Autofahrt mit Kleinkind. Länger als 1,5 bis 2 Stunden am Stück schaffen die wenigsten Kleinkinder – es sei denn natürlich, sie schlafen. Nehmt euch also die Zeit für Pausen und nehmt sie euch bewusst. Und wenn es nur eine kleine Entdeckungstour auf der Wiese hinter der Raststation ist. Gerade Kleinstkinder sind selbst über die „banalsten“ Erkundungen so dankbar!

Unser Sohn war nach solch einer Pause wieder richtig gut drauf und bereit für die nächste Etappe. Es war oft wirklich erstaunlich, wie motiviert er sich danach wieder ins Auto setzen ließ.

Wir sind übrigens für solch eine Pause auch einfach mal von der Autobahn abgefahren und haben uns überraschen lassen, was sich als Entdeckung anbietet. Und was haben wir gefunden? Z.B. eine Wiese mit Eseln. Das war vielleicht ein spannendes Erlebnis für Valentin – und ein richtig schönes Erlebnis für uns alle! Klar, da geht schon mal locker eine gute halbe Stunde Zeit drauf. Aber dafür haben wir auf der Weiterfahrt ein immer noch zufriedenes Kind, das sich wieder eine Weile gut selbst beschäftigen kann.

Auch toll, auch von uns erprobt: Eine Wiese oder ein Stück Natur, wo ihr euer Kind etwas sammeln lässt, wie Blätter, Gräser oder Blumen. Das darf es dann mit ins Auto nehmen und beschäftigt mit etwas Glück gleich noch eine Zeitlang während der Fahrt.

Tipps für lange Autofahrt mit Kleinkind

Kommen wir zum heikelsten Punkt: Erfolgreich WÄHREND der Autofahrt das Kleinkind beschäftigen… man möchte ja auch mal ein paar Kilometer schaffen…

Lange Autofahrten mit Kleinkind: Der obligatorische Spiele-Rucksack

Was wären lange Autofahrten mit Kleinkind ohne einem gut durchdachten Spiele-Rucksack! Aber sollte man für jede längere Autofahrt einen solchen Spielerucksack zusammenstellen? Es kommt natürlich (neben dem individuellen Faktor: wie lange hält mein Kind durch?) sehr auf die Länge der Fahrt an. Ich persönlich mache mir erst ab einer Fahrtdauer von ca. 4 Stunden aufwärts Gedanken über das Zusammenstellen eines richtigen Spiele-Rucksacks mit allem Drum und Dran.

Bei unserer 9-stündigen Toskana-Fahrt wollte ich allerdings wirklich NICHTS dem Zufall überlassen. Ich habe mir damals tatsächlich schon Wochen vor der Fahrt einen leeren Rucksack bereitgelegt, den ich dann kontinuierlich „so ganz nebenbei“ gefüllt habe. Ich hatte im Alltag immer im Hinterkopf, was unseren Sohnemann gut beschäftigen könnte. Und so füllte sich der Rucksack zumindest teilweise von selbst, einfach mit kleinen Haushaltsgegenständen, die mir gerade so in die Finger kamen.

Haushaltsgegenstände? Ja, genau, z.B. verschiedene Haargummis (wie lange sich ein Kleinkind mit Haargummis auf seinem Handgelenk spielen kann, ist wirklich beeindruckend!), kleine Döschen zum Aufschrauben, Luftpolsterfolie, etc. Was bei eurem Kind gut ankommt, dafür seid ihr der Profi!

Spiele für eine lange Autofahrt mit Kleinkind
Sticker sind immer eine gute Idee

Wichtig ist nur: Bloß nicht im letzten Moment wahllos ein paar Spielsachen und Bücher zusammensuchen und in den Rucksack packen! Die Spannung wird wohl nicht allzu lange erhalten bleiben, wenn es sich um die Dinge handelt, die euer Kind sowieso tagtäglich zur Verfügung hat.

Extra-Tipp: Mittlerweile weiß ich übrigens, dass man nach Ideen für solche Rucksäcke (generell für Reisen, nicht nur für lange Autofahrten mit Kleinkind) auch wunderbar im Internet suchen kann. Stichwort „travel kit“, „activity kit“, „airplane kit“, „Reise-Kit“. Eine ganz tolle Sache!

Und was hatten wir sonst noch in diesem Rucksack?

Unsere Ideen für ein Travel Kit für lange Autofahrten mit Kleinkind:

  • Immer mit dabei sind einige platzsparende Pixi-Bücher. Und zwar nicht die, die im Alltag zuhause herumliegen und schon in- und auswendig gekannt werden, sondern welche, die ich nur für Reisen separat wo lagere.
  • Ein Wimmelbuch und/oder Magnetbuch beschäftigt oft sehr lange
  • evtl. 1-2 Lieblingsspielzeuge
  • evtl. 1-2 neue Spielzeuge
  • Sticker! Sticker! Sticker! Sticker in jeglicher Form… und wenn es nur farbige Büro-Punktekleber sind, die man sich auf den Arm kleben kann. Was für eine Beschäftigung!
  • Ganz toll für leine ange Autofahrt mit Kleinkind sind auch diese magischen Wassermalblöcke (Aquadoodle Travel, WaterWow Malbücher von Melissa & Doug)
  • Eine Busy Bag (I Spy Bag): Wir lieben Busy Bags, gefüllt mit gefärbtem Reis und vielen, vielen Mini-Objekten. Ganz besonders gut kommen kleine (2-3cm große) Plastik-Tierfiguren an, die dazu einladen, immer wieder neu gefunden zu werden.
  • Fingerpuppen – wenn neben dem Kleinkind noch jemand sitzt, der damit Geschichten erzählen kann.
  • Ein Zauberwurm (Wiggly Worm) oder eine Magische Spirale („Treppenläufer“) oder sonstiges, das sich bewegt
  • Malblock oder Activity Buch, Buntstifte
  • Richtig gut kamen bei unserem Sohn diese russischen Matrjoschka-Puppen zum Ineinander-Stecken an.
  • Keine Gegenstände, die dazu einladen, geworfen zu werden oder den Fahrer behindern könnten!

Ganz wichtiger Punkt: das richtige „Handling“ des Spiele-Rucksacks

Noch wichtiger als der Spiele-Rucksack selbst ist bei einer langen Autofahrt mit Kleinkind meiner Meinung nach das richtige „Handling“ des Rucksacks. Erstens: Euer Kind sollte vorab natürlich nicht wissen, was sich in diesem Rucksack befindet! Außerdem lohnt es sich, die Existenz des Rucksacks generell so lange wie möglich geheim zu halten. Gebt ihn eurem Kind bloß nicht gleich beim Einsteigen, wenn es eh noch gut drauf ist. Auch würde ich keinesfalls den ganzen Rucksack auf einmal geben. Sprich: das Kind bekommt den Inhalt nur stückenweise serviert. So haben wir uns „vorgearbeitet“ und dabei bewusst besondere „Joker“ für den Schluss – oder noch idealer die Rückfahrt – aufgehoben. Auch sollte der Rucksack auch am Zielort eurer Reise im Auto gelassen werden. Sein Inhalt ist nur für die Autofahrt gedacht. Sonst habt ihr ja für die Rückreise keine Ideen mehr.

Lange Autofahrten mit Kleinkind: Die Verpflegung für unterwegs

Selbstverständlich solltet ihr ausreichend Snacks und Getränke für zwischendurch einpacken. Viele bunte Obststücke und Gemüsesticks zum Knabbern sind toll und sollten unbedingt mit. Aber ich finde, bei langen Autofahrten mit Kleinkind sollte man sich mal ausnahmsweise gar nicht zu viele Gedanken über die gesunde Ernährung machen. Ich weiß nicht, wie viele Babykekse und Obstriegel Valentin bei der langen Toskana-Fahrt verputzt hat. Und ja, meine Güte, solch eine lange Fahrt hatte er davor und danach noch nicht wieder in seinem Leben. Da kann man schon mal alle Ernährungs-Prinzipien für einen Tag über Bord werfen. Etwas ältere Kinder freuen sich sicher riesig über den Lolli, mit dem sie so gar nicht gerechnet haben – und an dem sie dann 20 Minuten lang selig schlecken. Und ich finde, das ist absolut okay.

Mein Tipp: Ich liebe die „Rosinchen“ von Freche Freunde für unterwegs, weil sie in so einer süßen, kleinen Schachtel verpackt sind. Valentin war zumindest mit eineinhalb noch EWIG damit beschäftigt, die Rosinen aus dieser Mini-Verpackung zu picken. Und schon waren wieder 20 Minuten Fahrtzeit rum! Gut funktionieren auch Motivkekse (also Kekse in Tierform etc.). Denn auch diese Spannung bei jedem überreichten Keks, welches Tier es wohl diesmal sein mag, kann lange Autofahrten mit Kleinkind herrlich „versüßen“…

Musik

Eine ganz tolle Sache unterwegs auf einer langen Autofahrt mit Kleinkind sind natürlich Hörbücher. Wenn denn das Kind bereits in dem Alter für Hörbücher ist. Musik geht sowieso immer, in jedem Alter. Und es müssen wirklich nicht durchgehend Kinderlieder sein… Zumindest bei Valentin wirkt Musik oft wahre Wunder und er entspannt total.

Lange Autofahrten mit Kleinkind Tipps

Unser „Notfall-Joker“

Bei uns funktionieren all die oben genannten Sachen ziemlich lange. Aber irgendwann könnte dann der Punkt kommen, da geht gar nichts mehr. Oder man kann gerade keine Pause machen, weil man im zähen Verkehr steckt – oder was auch immer. Bei uns war dieser Fall tatsächlich eingetreten, als wir – wie oben erwähnt – in Bologna im Stau steckten… Da gab es dann bei uns den „Notfall-Joker“ und das war das Handy. Für Kleinkinder passend finde ich in erster Linie selbst gemachte Fotos und Videos, auf denen Bekannte oder Verwandte entdeckt werden können. Auch kleine altersgerechte Filmchen, schnell auf Youtube gestreamt (z.B. animierte Kinderlieder, Disney-Songs…) gehen gut.

Ich bin absolut gegen das Handy oder Tablet als Beschäftigungsstrategie. Im Alltag für mich ein absolutes No-Go. Aber auch hier gilt für uns wieder, was auch bei den Snacks schon galt: Solch lange Autofahrten mit Kleinkind macht man nicht alle Tage und sind daher eine Ausnahmesituation. Da darf das unserer Meinung nach schon mal sein.

Sonderfall Roadtrip mit Kleinkind:

Unsere Beschäftigungs-Idee für Roadtrips

Die oben genannten Tipps wenden wir so an, wenn wir eine sehr lange Einzel-Autofahrt mit Kleinkind meistern wollen. Etwas anders verhält es sich bei einem richtigen Roadtrip mit kleinem Kind. Hier haben wir uns anstatt des Beschäftigungs-Rucksacks einen Roadtrip-Kalender überlegt.

Der Roadtrip-Kalender

Dieser Roadtrip-Kalender funktioniert nach dem Prinzip eines Adventkalenders: Auf unserem USA Roadtrip hat Valentin jeden Morgen vor dem Losfahren ein kleines Päckchen öffnen dürfen. Darin befand sich eine Kleinigkeit, über die er sich freute und die ihn idealerweise natürlich auch gleich eine Weile beschäftigte. Rosinen oder Obstriegel als kleine Extra-Draufgabe kamen auch sehr gut an. Auch hier habe ich mir im Vorfeld einige Gedanken gemacht: Möglichst klein und leicht sollte der Inhalt sein und möglichst lange sein Interesse wecken. Auch hier sind natürlich zum Beispiel Sticker und Pixi-Bücher ideal.

Der Roadtrip-Kalender war ein voller Erfolg. Valentin verband so das Autofahren ganz automatisch mit etwas Positivem. Er freute sich jeden Morgen auf sein neues Päckchen. Alle so gesammelten Gegenstände sind bei uns in einer großen Stofftasche gelandet, auf die er dann natürlich im Auto jederzeit Zugriff hatte. So wuchs seine Beschäftigungs-Tasche von Tag zu Tag…

Habt ihr noch Fragen zu langen Autofahrten mit Kleinkind?

Sehr gerne beantworte ich eure Fragen – schreibt sie mir einfach ganz unten in die Kommentare! Habt ihr selbst tolle Tipps für eine lange Autofahrt mit Kind? Was hat bei euch gut funktioniert? Ich freue mich über Feedback und weitere Ideen!

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