Unterwegs am Bergsagen Weitwanderweg + Glungezer Sagen Klettersteig
Region Hall Wattens: drei Tage Weitwandern und ein Klettersteig-Tag
Was war das für ein geniales verlängertes Wochenende!? Mit insgesamt nur drei Übernachtungen sind wir im Juni (fast) drei Etappen vom Bergsagen Weitwanderweg gewandert, den Glungezer Sagen-Klettersteig gegangen, haben “nebenbei” sogar drei Gipfel mitgenommen und endlich die Sonnwendfeuer in Tirol erlebt – schon lange ein Wunsch von mir.
Die Region Hall Wattens kenne ich schon, vor drei Jahren waren wir mit den Kindern in und um Hall in Tirol – eine tolle Gegend für einen Familienurlaub. Dieses Mal lasse ich die Kinder zuhause beim Papa und mache mich gemeinsam mit meiner Schwester auf in die schöne Region im Tiroler Inntal…

Unterwegs am Bergsagen Weitwanderweg
Der Bergsagen Weitwanderweg ist ein mittelleichter Weitwanderweg in Tirol, unweit von Innsbruck in der Region Hall Wattens. Er besteht aus 5 Etappen, von denen jede angelehnt ist an eine Sage aus der Region. Wir wandern also auf den Spuren von Riesen, Berggeistern und Heiligen. Wir sind die Etappen 1-3 gegangen, wobei wir die dritte Etappe ganz flexibel bereits am Bahnhof von Hall in Tirol beendet haben.
Der Bergsagen Weitwanderweg ist auch für Weitwander-Neulinge geeignet. Die einzelnen Etappen sind zwischen 12 und 18 km lang (bzw. kurz), es bleibt also auch viel Zeit zum Genießen und für Ausflugsziele am Weg. Bei den einzelnen Etappen sind zwischen 190 und 1300 Höhenmeter zu bewältigen. Die zweite und vierte Etappe sind etwas knackiger, mit jeweils über 1000 Höhenmetern. Die restlichen drei Etappen verlaufen mit deutlich weniger Höhenmetern. Somit wechseln sich leichtere mit anspruchsvolleren Etappen gut ab.


Da der Start und das Ziel jeder Etappe in einer Ortschaft der Region liegen, sind die einzelnen Etappen auch ganz flexibel zusammenstellbar und lassen sich bei Bedarf mit dem Bus abkürzen. Übernachtet wird in Hotels oder Pensionen in den Talorten – das ist insofern praktisch, weil kein Hüttenschlafsack mitgeschleppt werden muss. Meine beiden Unterkunfts-Empfehlungen findest du bei den einzelnen Etappen.
Der Bergsagen Weitwanderweg ist easy öffentlich erreichbar!
Alle Etappen vom Bergsagen Weitwanderweg in Hall Wattens sind öffentlich super angebunden: Busse fahren alle 30 Minuten. Wir sind selbst mit Bahn und Bus unterwegs gewesen und super zurecht gekommen. Direkt vom Hauptbahnhof in Innsbruck fährt uns die S-Bahn in wenigen Minuten zum Bahnhof in Hall in Tirol. Von dort fährt der Bus weiter nach Gnadenwald, zum Ausgangspunkt der ersten Etappe vom Bergsagen Weitwanderweg. Weil wirklich jede der fünf Etappen mit dem Bus erreichbar ist, könnte man auch zwischendurch mal eine Etappe auslassen.
Am Bergsagen Weitwanderweg in Tirol wandern (+ Glungezer Sagen Klettersteig)
Tag 1, Etappe 1: Von Gnadenwald nach Wattens
Bergsagen Weitwanderweg Etappe 1: 11,8 km, 190 Höhenmeter, 3 Stunden. Die Sage um Maria Larch.
Wir starten am frühen Nachmittag – nach mehrstündiger Anreise aus Wien und Graz mit Bahn und Bus – direkt bei der Bushaltestelle “Gnadenwald Kranzach” die erste Etappe vom Bergsagen Weitwanderweg. Es ist ein heißer Juni-Tag, bei knapp 30 Grad ist ein Start zur Mittagszeit natürlich nicht optimal. Da ist es zumindest angenehm, dass die erste Etappe nicht allzu viele Höhenmeter hat und mit knapp 12 km auch nicht zu lange ist.


Wir wandern zuerst durch kühlen Wald und kleine Ortschaften, immer wieder mit schöner Aussicht auf die Tuxer Alpen. Bald erreichen wir auch schon den Kraftort Maria Larch und erfahren dort, weshalb die Quelle in dem Brunnenhäuschen als Heilquelle gilt. Während wir dort sind, kommen sogar mehrmals Menschen mit dem Auto und füllen kistenweise Wasserflaschen mit dem Quellwasser auf.
Weiter geht es entlang des Hochplateaus entlang von Wiesen und durch kleinere Ortschaften. Schöne Rundumsicht inklusive: zu unserer Linken sehen wir auf die Tuxer Alpen, zu unserer Rechten thront das imposante Karwendel-Gebirge. Der Abstieg nach Fritzens durch den Wald bietet kurzzeitig etwas Abkühlung. Doch dann folgt der – für uns, bei der Hitze des Nachmittags – anstrengende Abschluss der Wanderung: bei kaum Schatten zieht sich das letzte Stück durch das heiße Fritzens nach Wattens.
In Wattens checken wir im ****Hotel Goldener Adler ein. Das Hotel mit Gasthof können wir sehr empfehlen, wir haben dort köstlich zu Abend gegessen, auch das Frühstücksbuffet war sehr gut.



Übrigens: Wenn du in Wattens Zeit hast, kann ich dir einen Besuch in den Swarovski Kristallwelten sehr empfehlen. Mehr dazu liest du hier im Blogbeitrag.
Tag 2, Etappe 2: Von Wattens durchs Voldertal nach Tulfes
Bergsagen Weitwanderweg Etappe 2: 18,5 km, 1090 Höhenmeter, 6,5 Stunden. Die Sage vom Glungezer Riesen.
Die zweite Etappe vom Bergsagen Weitwanderweg haben wir gleich zwei Mal ein wenig adaptiert. Aufgrund einer Gewitter-Wahrscheinlichkeit am Nachmittag starten wir früh und nehmen den Bus bis zur Station “Volders Volderer Brücke” (6 Minuten Fahrtzeit). Wir gewinnen dadurch in etwa 45 Minuten. Und das ist so praktisch am Bergsagen Weitwanderweg: er lässt sich durch ein tolles Busnetz in den Talorten auch mal unkompliziert kürzen.

Schon bald finden wir das erste Schild vom “Bergsagen Weitwanderweg”. Die zweite Etappe führt uns ins idyllische Voldertal: Zuerst wandern wir an Bergbauernhöfen vorbei. Wenn wir uns umdrehen, haben wir das Karwendelgebirge im Blick, vor uns erstrecken sich die Tuxer Alpen. Nach einer Weile ändert sich die Landschaft, wir gehen nun immer am wild rauschenden Volderbach entlang. Ich finde es hier wunderschön. Im Wald ist es außerdem angenehm kühl und so ist die Wanderung auch für heiße Sommertage geeignet. Die Voldertalhütte (Naturfreunde-Hütte) wäre hier ein schönes Zwischenziel, doch leider ist sie aktuell (Sommer 2026) geschlossen.


Das letzte Drittel des heutigen Aufstiegs wird steiler: Über Almwiesen und einen schmalen Waldsteig geht es in die Höhe, bis wir zu Mittag die Mittelstation der Glungezerbahn und den Alpengasthof Halsmarter erreichen. Insgesamt haben wir knapp über 1000 Höhenmeter zurückgelegt, die sich jedoch sehr gut über die gesamte Strecke verteilen, sodass sich zwischendurch immer wieder flachere Passagen mit steilen Teilstücken abwechseln.


Gipfel-Empfehlung Etappe 2: auf den Schartenkogel
Und hier adaptieren wir unsere Route ein zweites Mal. Weil sich die Gewitter-Wahrscheinlichkeit auf viel später verschoben hat, hängen wir statt des Abstiegs spontan noch einen Gipfel dran. Dazu fahren wir mit der Glungezerbahn zur Bergstation und kehren bei der Tulfeinalm zum Mittagessen ein. Die Tulfeinalm kenne ich schon, vor mehreren Jahren war ich hier schon mal und begeistert von der guten Küche – da war ein erneuter Besuch fast schon Pflicht!
Links die Tulfeinalm, rechts der Zirbensee:


Im Anschluss genießen wir das Panorama beim Zirbensee und besteigen dann auf einem einfachen Weg den 2311 m hohen Schartenkogel (in einer knappen Stunde sind wir schon oben, ca. 300 Höhenmeter) und verweilen hier bei einem sagenhaft schönen Ausblick auf Innsbruck, das Karwendelgebirge und über weite Teile des Inntals. Besonders schön finde ich dann auch unseren Abstiegs-Weg. Was für eine schöne Runde – sehr zu empfehlen!


Hier unsere GPS-Aufzeichnungen zum Nachwandern auf Komoot: unsere adaptierte zweite Etappe vom Bergsagen Weitwanderweg und unsere Schartenkogel-Runde.
Ein besonderer Brauch: die Sonnwendfeuer in Tirol
Ja und dann bleiben wir am Berg, weil wir an diesem Tag ein ganz besonderes Ereignis abwarten: die traditionellen Sonnwendfeuer. Nach altem Brauch werden in ganz Tirol alljährlich zur Sommersonnenwende die Bergfeuer entzündet. Das Gewitter kommt dann zwar doch – wir warten es in der Gaststube der Tulfeinalm ab – pünktlich zur Dämmerung klart es aber wieder auf. Wir beobachten fasziniert, wie auf der anderen Seite des Inntals auf der Nordkette nach und nach mehr und mehr Bergfeuer aufleuchten. Bis schließlich auch “unser” Glungezer-Bergfeuer selbst entzündet wird. Was für ein schöner Brauch, und wir mitten drin!


Die Glungezerbahn fährt an diesem Tag bis 24 Uhr, mit ihr fahren wir ins Tal und zu unserer zweiten Unterkunft: der Pension Alpenblick in Tulfes, nur wenige Minuten zu Fuß von der Glungezerbahn entfernt. In der Pension Alpenblick werden wir herzlich empfangen und fühlen uns auf Anhieb wohl. Die Pension macht ihrem Namen alle Ehre: von unserem Balkon genießen wir einen herrlichen Alpenblick auf die Nordkette. Am nächsten Morgen erwartet uns ein ausgiebiges Frühstück mit allem, was das Herz begehrt.
Die Pension Alpenblick in Tulfes:


Tag 3: Am Glungezer Sagen Klettersteig
Am dritten Tag unterbrechen wir den Bergsagen Weitwanderweg, um den Glungezer Sagen Klettersteig zu gehen. Weil wir kein eigenes Klettersteigset mithaben, borgen wir uns alles bei der Talstation der Glungezerbahn aus. Der Glungezer Sagen Klettersteig ist ein mittelleichter Klettersteig (Kat. B/C, Schlüsselstellen können umgangen werden), der prinzipiell auch für Anfänger:innen (und Kinder ab etwa acht Jahren) geeignet ist. Etwas Klettersteig-Erfahrung sollte man idealerweise mitbringen.


Für den Glungezer Sagen Klettersteig fahren wir mit der Glungezerbahn bis zur Bergstation und wandern über den Zirbensee bis zur Einstiegsstelle. Der Klettersteig selbst gliedert sich in verschiedene Abschnitte, die an die Sage vom Glungezer-Riesen angelehnt sind. So besteigen wir beispielsweise den “Zahn des Riesen”, durchqueren das “Tal der Schneehühner”, erklettern die “Zauberwand” und kommen am “Balkon des Königs” vorbei. Das absolute Highlight des Klettersteigs ist aber wohl die Seilbrücke (die übrigens auch umgangen werden kann).
Gute zehn Minuten vom Ausstieg entfernt kommt man zur Glungezerhütte auf 2610 m Höhe. Hier haben wir zu Mittag gegessen und uns sehr wohl gefühlt. Neben traditioneller österreichischer Küche gibt es auch nepalesische Gerichte – sehr zu empfehlen! Wir wären am liebsten gleich über Nacht geblieben. Von der Glungezerhütte aus lassen sich der Glungezer-Gipfel (2677m), sowie die Sonnenspitze, in jeweils rund 10-15 Minuten besteigen. Von beiden Gipfeln genießen wir eine herrliche Aussicht ins Inntal.


Zum Glungezer Sagen Klettersteig möchte ich noch einen eigenen Blogbeitrag schreiben, den ich dann hier verlinken werde. Wir haben noch eine weitere Nacht in der Pension Alpenblick in Tulfes verbracht. Am Abend haben wir uns beim Hofladen vom Tuxerbauern in Tulfes eine Jause geholt: die köstlichsten Kaspressknödel to go!
Tag 4, Etappe 3: Von Tulfes nach Hall in Tirol
Bergsagen Weitwanderweg Etappe 3: 13,8 km, 240 Höhenmeter, 4,5 Stunden. Die Sage vom Heiligen Romedius.
An unserem letzten Tag geht es mit Etappe 3 vom Bergsagen Weitwanderweg weiter. Weil wir an dem Tag die Heimreise antreten, wandern wir die Etappe nur bis zum Bahnhof von Hall in Tirol, das verkürzt unsere Strecke auf 8,8 Kilometer.

Zuerst geht es am Speckbacherweg entlang, etwas erhöht am Waldrand genießen wir nicht nur einen herrlichen Blick auf die Dörfer vor der Kulisse der Nordkette, sondern auch kühlenden Schatten. Im weiteren Verlauf kommen wir im stetigen Bergauf und Bergab an der Wallfahrtskirche Judenstein vorbei, bis unser Weg schließlich nur mehr bergab führt: unser Ziel – das Inntal und Hall in Tirol – stets im Blick. Bis nach Hall in Tirol haben wir zweieinhalb Stunden gebraucht. Auch diese Etappe fand ich landschaftlich wieder sehr schön.


Wenn du die Etappe noch zu Ende wanderst, lohnt sich dennoch eine längere Pause in der mittelalterlichen Altstadt von Hall in Tirol. Empfehlenswert ist das Museum Münze Hall mit seinem Münzerturm in der Burg Hasegg. Mehr zu Hall in Tirol liest du in diesem Blogbeitrag.
Mein Fazit zum Bergsagen Weitwanderweg in Tirol
Ich finde den Bergsagen Weitwanderweg in Tirol ideal, um sich mit dem Weitwandern erstmals vertraut zu machen. Weil die einzelnen Etappen auch mit dem Bus unkompliziert erreichbar sind und die Etappenziele immer in einer Ortschaft liegen, ist der Bergsagen Weitwanderweg ein attraktiver Wanderweg für Weitwander-Einsteiger:innen. Was die Wegbeschaffenheit anbelangt, ist von asphaltierten Wegen über Schotterstraßen bis hin zu schmalen Wald- und Wiesensteigen alles dabei. Ausgesetzte Stellen gab es auf den Etappen 1-3 nicht, ein gewisses Maß an Trittsicherheit ist am Bergsagen Weitwanderweg jedoch erforderlich.

Die Beschilderung vom Bergsagen Weitwanderweg ist großteils so gut, dass man auf eine GPS-Navigation verzichten könnte. Wir tun es trotzdem und an ein, zwei Stellen gibt es dann doch Unklarheiten und ein Blick in unser Komoot-Tracking gibt uns sofort Aufschluss. Deshalb würde ich dir empfehlen, die Route auch per GPS zu navigieren. Rückblickend gesehen haben mir übrigens die Etappen 2 und 3 besser gefallen, als die erste Etappe. Ich würde nun sehr gerne auch noch die Etappen 4 und 5 erwandern. Mal sehen, wann ich das in die Tat umsetze… :-)


Hast du noch Fragen zum Bergsagen Weitwanderweg oder zum Glungezer Sagen Klettersteig in der Region Hall Wattens? Dann schreibe mir gerne weiter unten ein Kommentar.
Transparenz: Werbung. Dieser Blogbeitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Hall Wattens. Meine persönliche Meinung bleibt davon wie immer unbeeinflusst. Vielen Dank für die schöne Reise!
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